Transporte von Namibia nach Narbonne über Hamburg

Die Reederei Maritime Carrier Shipping (MACS) transportiert etwa monatlich Uranerzkonzentrat aus Namibia per Schiff nach Hamburg. Dort wird das Uranerz auf Eisenbahn-Waggons geladen und fährt mit längeren Aufenthalten in Güterbahnhöfen über Maschen, Osnabrück, Münster, Hamm, Köln, Trier und Woippy nach Narbonne zur Urankonversionsanlage.

Stoff: Uranerzkonzentrat

Befördert wird Uranerzkonzentrat, besser bekannt unter dem Namen 'Yellow Cake' aus Uranminen in Afrika. Vermutlich kommt das Uranerz aus einer der folgenden drei Minen:

Gerade beim Uranabbau und dem Auswaschen des Uranerzes kommt es zu großen Umweltzerstörungen und ungeheuren Müllmengen direkt vor Ort. Gesammelte Infos zum Urannabbau gibt es bei wise-uranium.org.

Das Uranerzkonzentrat wird in zwei Schritten in Narbonne und Malvesille in Uranhexafluorid umgewandelt. Dies kann dann in einer Urananreicherungsanlage (wie in Gronau) angereichert werden. In der sogenannten westlichen Welt gibt es nur vier Konversionsanlagen: In Kanada, Großbritannien, Frankreich und den USA. In diesen Anlagen wird also viel von dem in europäischen Atomkraftwerken eingesetzte Uran weiter verarbeitet.

Transportwege

Die Beförderung der Uranerzkonzentrat-Container übernimmt die Reederei Maritime Carrier Shipping (MACS) mit den Schiffen Amber Lagoon, Grey Fox, Red Cedar, Golden Karoo und Blue Master II. Das Uranerz wird in Namibia an Bord genommen, in blauen Containern mit der Aufschrift MACS. Bis auf die Gefahrgutkennzeichung (radioaktiv, umweltgefährdend) sind die Container nicht besonders auffällig.

In Hamburg werden die Container am Süd-West-Terminal auf Waggons verladen. Diese fahren dann von Hamburg zum Güterbahnhof Maschen, wo sie umgekoppelt werden. Von dort geht es weiter über Osnabrück und Münster Richtung Hamm. Zwischen Münster und Köln dann muß der Zug noch in mehreren Güterbahnhöfen stehen, denn er braucht etwa 27 Stunden. Von Köln-Gremberg geht es dann - wieder in neuer Zugzusammenstellung mit anderen Güterwaggons und ab dort mit französischer Lok über Bonn-Beuel, Koblenz und Trier-Ehrang zum Grenzübergang Perl-Apache. Rangiert wird dann wieder im großen franösischen Güterbahnhof Woippy, bis der Zug dann weitere zwei Tage später in Narbonne ankommt.

Weitgehend finden die Transporte ohne Polizeibegleitung oder besondere Sicherheitsvorkehrungen statt. Feuerwehr und Kommunen sind vorab nicht über die Transporte informiert, können bei Unfällen also auch nicht schnell richtig reagieren.

Beobachtungen und Aktionen

Im Mai 2014 gelang es einen solchen Transport an vielen Stellen zu beobachten. Die Uhrzeiten der Zugbeobachtungen können vermutlich grob auf weitere Transporte übertragen werden. Hier der Verlauf des Transports:

Wir suchen immer noch weitere Beobachtungs- und Mahnwachenposten. Wer an der Strecke wohnt und Lust hat, kann sich gerne bei info[at]urantransport[dot]de melden! Wir suchen gerade insbesondere noch zwischen Münster und Köln, d.h. Hamm, Hagen oder Wuppertal und in Koblenz.

Stand: Mai 2014